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Hinrich Hörnlein-Rummel

LINDstore Gesundheitsratgeber –

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Artikel: Soforthilfe für müde Augen

Soforthilfe für müde Augen

Tu Deinen Augen heute einen Gefallen: genau 20 Sekunden lang

Wann hast Du zuletzt bewusst vom Bildschirm aufgeschaut? Nicht nur für einen kurzen Augenblick, sondern für ungefähr 20 Sekunden?

Vielleicht sitzt Du gerade am Computer.

Du liest einen Text, beantwortest Nachrichten oder arbeitest an einer Aufgabe, die Deine volle Aufmerksamkeit verlangt.

Dabei bleibt Dein Blick oft minutenlang auf dieselbe Entfernung gerichtet.

Und wenn Du fertig bist, greifst Du vielleicht gleich zum Smartphone.

So verbringen wir einen beträchtlichen Teil unseres Alltags mit konzentrierter Naharbeit.

Doch unsere Augen müssen nicht ununterbrochen auf kurze Entfernungen eingestellt bleiben.

Eine kleine Unterbrechung kann deshalb eine gute Gelegenheit sein, die eigenen Sehgewohnheiten bewusster wahrzunehmen.

Warum ist Bildschirmarbeit für unsere Augen anstrengend?

Wenn Du auf einen Gegenstand in der Nähe schaust, muss Dein Auge seine optische Einstellung anpassen.

Diesen Vorgang nennt man Akkommodation.

Dabei verändert die Augenlinse ihre Form, sodass nahe Gegenstände möglichst scharf auf der Netzhaut abgebildet werden.

Gleichzeitig müssen beide Augen ihre Blickachsen auf das betrachtete Objekt ausrichten.

Bei längerer Bildschirmarbeit bleiben diese Anforderungen über einen längeren Zeitraum relativ konstant.

Manche Menschen entwickeln dabei Beschwerden wie müde Augen, vorübergehende Sehunschärfe oder Schwierigkeiten beim Wechsel zwischen Nähe und Ferne.

Solche Beschwerden werden häufig unter dem Begriff digitale Augenbelastung zusammengefasst.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Bildschirmarbeit zwangsläufig die Augen schädigt.

Was passiert, wenn Du in die Ferne schaust?

Wenn Du Deinen Blick von einem nahen Bildschirm auf einen weit entfernten Gegenstand richtest, verändert sich die optische Einstellung Deiner Augen.

Die Akkommodationsanforderung nimmt ab.

Gleichzeitig verändert sich die Ausrichtung beider Augen.

Du unterbrichst damit die anhaltende Naharbeit.

Das ist ein einfacher physiologischer Vorgang.

Du kannst ihn jederzeit selbst beobachten.

Schau beispielsweise kurz von Deinem Bildschirm auf einen Baum vor dem Fenster oder auf ein weiter entferntes Gebäude.

Dabei muss sich Dein Sehsystem auf die neue Entfernung einstellen.

Eine solche Blickunterbrechung ist eine unkomplizierte Möglichkeit, längere Phasen konzentrierter Naharbeit zu unterbrechen.

Warum ausgerechnet 20 Sekunden?

Vielleicht hast Du schon von der sogenannten 20-20-20-Regel gehört.

Sie wird häufig im Zusammenhang mit Bildschirmarbeit empfohlen.

Die Idee ist einfach:

Nach ungefähr 20 Minuten Bildschirmarbeit schaust Du für etwa 20 Sekunden auf einen Gegenstand, der mindestens 20 Fuß, also rund sechs Meter, entfernt ist.

Diese Empfehlung ist leicht zu merken und im Alltag unkompliziert umzusetzen.

Allerdings ist die genaue Dauer von 20 Sekunden nicht als medizinisch optimale Zeitspanne wissenschaftlich gesichert.

Auch ist nicht ausreichend belegt, dass genau diese Regel anderen sinnvollen Pausenrhythmen grundsätzlich überlegen wäre.

Der praktische Gedanke dahinter bleibt dennoch nachvollziehbar:

Längere Phasen konzentrierter Naharbeit regelmäßig unterbrechen.

Und was hat das Blinzeln damit zu tun?

Jetzt kommt ein zweiter interessanter Vorgang hinzu.

Normalerweise blinzeln wir regelmäßig, ohne bewusst darüber nachzudenken.

Dabei verteilen unsere Augenlider den Tränenfilm über die Augenoberfläche.

Dieser Tränenfilm trägt dazu bei, die Augenoberfläche feucht zu halten und eine gleichmäßige optische Oberfläche zu schaffen.

Bei konzentrierter Bildschirmarbeit verändert sich häufig unser Blinkverhalten.

Wir blinzeln teilweise seltener oder unvollständig.

Dadurch kann der Tränenfilm instabiler werden.

Das kann zu Beschwerden wie Trockenheitsgefühl, Brennen oder schwankender Sehschärfe beitragen.

Warum ist vollständiges Blinzeln wichtig?

Beim vollständigen Lidschlag schließen sich die Augenlider kurz und öffnen sich anschließend wieder.

Dadurch wird der Tränenfilm erneut über die Augenoberfläche verteilt.

Gerade bei konzentrierter Bildschirmarbeit kann es sinnvoll sein, gelegentlich bewusst vollständig zu blinzeln.

Das bedeutet nicht, dass Du ständig auf jeden Lidschlag achten musst.

Vielmehr kannst Du kurze Unterbrechungen nutzen, um Dein normales Blinkverhalten wieder bewusster wahrzunehmen.

Eine solche Gewohnheit ist einfach umzusetzen.

Sie ersetzt allerdings keine Behandlung, wenn bereits eine Erkrankung der Augenoberfläche vorliegt.

Eine kleine Unterbrechung für Deinen Arbeitsalltag

Du kannst die Idee jederzeit ausprobieren.

Wenn Du längere Zeit am Bildschirm gearbeitet hast, unterbrich Deine Tätigkeit für einen kurzen Moment.

Schau aus dem Fenster oder auf einen anderen möglichst weit entfernten Punkt.

Lass Deinen Blick dort für ungefähr 20 Sekunden ruhen.

Blinzle anschließend einige Male langsam und vollständig.

Dann kannst Du Deine Tätigkeit fortsetzen.

Dafür brauchst Du keine besondere Ausrüstung und keine komplizierte Anleitung.

Es geht lediglich darum, längere Phasen konzentrierter Naharbeit gelegentlich zu unterbrechen.

Was ist, wenn Du kein Fenster in der Nähe hast?

Nicht jeder Arbeitsplatz bietet einen freien Blick in die Landschaft.

Vielleicht arbeitest Du in einem kleinen Büro oder an einem Arbeitsplatz ohne Fenster.

Auch dann kannst Du Deinen Blick gelegentlich auf einen möglichst weit entfernten Punkt im Raum richten.

Der Abstand ist dabei möglicherweise geringer als bei einem Blick ins Freie.

Die Akkommodationsanforderung verändert sich dennoch, wenn Du zwischen unterschiedlichen Entfernungen wechselst.

Für die klassische 20-20-20-Regel werden ungefähr sechs Meter empfohlen.

Im Alltag muss daraus jedoch keine komplizierte Messaufgabe werden.

Entscheidend ist, die anhaltende Naharbeit bewusst zu unterbrechen.

Was kannst Du außerdem am Arbeitsplatz beachten?

Neben kurzen Blickunterbrechungen können auch die allgemeinen Arbeitsbedingungen eine Rolle spielen.

Dazu gehören eine gut lesbare Schriftgröße, eine geeignete Bildschirmposition und möglichst geringe störende Spiegelungen.

Auch trockene Raumluft oder ein direkter Luftstrom auf das Gesicht können die Augenoberfläche belasten.

Bei bestehenden Fehlsichtigkeiten sollte außerdem geprüft werden, ob die verwendete Brille für die jeweilige Arbeitsentfernung geeignet ist.

Denn nicht alle Beschwerden bei Bildschirmarbeit lassen sich durch kurze Pausen erklären.

Manchmal spielen mehrere Faktoren zusammen.

Können 20 Sekunden alle Augenbeschwerden verhindern?

Nein.

Das wäre eine zu weitgehende Schlussfolgerung.

Kurze Blickunterbrechungen können eine sinnvolle Gewohnheit im Arbeitsalltag sein.

Sie sind jedoch keine Garantie dafür, dass Beschwerden verschwinden oder gar nicht erst entstehen.

Auch eine nachgewiesene Vorbeugung gegen Augenerkrankungen lässt sich aus der 20-20-20-Regel nicht ableiten.

Wenn Du regelmäßig unter trockenen, brennenden oder schmerzenden Augen leidest, sollte die Ursache fachlich untersucht werden.

Das gilt ebenso bei wiederkehrender oder anhaltender Sehunschärfe.

Eine plötzlich auftretende Sehverschlechterung, starke Augenschmerzen oder ein akuter Sehverlust erfordern eine unverzügliche medizinische Abklärung.

Warum sind kleine Gewohnheiten manchmal besonders interessant?

Vielleicht kennst Du das aus anderen Bereichen Deines Alltags.

Nicht jede Veränderung muss aufwendig sein.

Manchmal genügt es, eine alltägliche Tätigkeit gelegentlich bewusst zu unterbrechen.

Bei der Bildschirmarbeit kann das bedeuten, den Blick für einen Moment vom Monitor zu lösen.

Oder sich daran zu erinnern, wieder vollständig zu blinzeln.

Solche kleinen Gewohnheiten lassen sich ohne großen Aufwand in den Tagesablauf integrieren.

Und gerade weil sie so einfach sind, können sie im Alltag leichter berücksichtigt werden.

Fazit: Ferne und Blinzeln – zwei einfache Gewohnheiten

Unsere Augen leisten bei der Bildschirmarbeit viel.

Sie müssen über längere Zeit auf kurze Entfernungen eingestellt bleiben, während sich gleichzeitig unser Blinkverhalten verändern kann.

Ein gelegentlicher Blick in die Ferne unterbricht die anhaltende Naharbeit.

Bewusstes vollständiges Blinzeln unterstützt die gleichmäßige Verteilung des Tränenfilms.

Die bekannte 20-20-20-Regel kann dabei als praktische Erinnerung dienen.

Ihre genaue zeitliche Vorgabe ist allerdings keine wissenschaftlich gesicherte Therapie.

Du musst deshalb nicht auf die Sekunde genau zählen.

Zwei kleine Dinge: Ferne und Blinzeln. Deine Augen werden Dir die Unterbrechung vermutlich nicht übelnehmen.


Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsinformation. Die beschriebenen Maßnahmen sind keine Therapie und ersetzen keine augenärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei wiederkehrenden, anhaltenden oder zunehmenden Augenbeschwerden sollte eine fachliche Abklärung erfolgen. Plötzlich auftretende Sehstörungen können medizinische Notfälle darstellen.

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Zur Veranschaulichung nutzen wir auf unserer Website teilweise symbolische, KI-generierte Bilder sowie Bildmaterial aus eigenen Beständen.

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