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Hinrich Hörnlein-Rummel

LINDstore Gesundheitsratgeber –

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Artikel: Großer Irrtum bei brennenden Augen

Großer Irrtum bei brennenden Augen

Brennende Augen? Bitte nicht einfach mit dem Alter erklären.

Deine Augen brennen, jucken oder fühlen sich trocken an? Vielleicht denkst Du: Das ist eben das Alter. Doch so einfach ist es nicht.

Manchmal beginnt es ganz unauffällig.

Du sitzt am Computer, liest eine Nachricht auf Deinem Smartphone oder beschäftigst Dich mit einem längeren Text.

Nach einiger Zeit bemerkst Du ein unangenehmes Gefühl in Deinen Augen.

Vielleicht brennen sie ein wenig. Vielleicht fühlen sie sich trocken an oder Du musst häufiger blinzeln.

Manchmal erscheint auch die Schrift vorübergehend unscharf.

Und dann kommt schnell eine Erklärung:

„Ich werde eben älter.“

Tatsächlich verändert sich unser Sehsystem im Laufe des Lebens.

Doch brennende Augen sind keineswegs eine zwangsläufige Alterserscheinung.

Es lohnt sich deshalb, genauer hinzuschauen.

Warum können Augen überhaupt brennen?

Brennende Augen sind ein Symptom, keine eigenständige Diagnose.

Dahinter können unterschiedliche Ursachen stehen.

Dazu gehören beispielsweise trockene Augen, Reizungen der Augenoberfläche, Entzündungen, Allergien oder Probleme im Zusammenhang mit Kontaktlinsen.

Auch Umwelteinflüsse können eine Rolle spielen.

Trockene Raumluft, Zugluft, Rauch oder längere Bildschirmarbeit können Augenbeschwerden begünstigen.

Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie alt Du bist.

Sondern auch, unter welchen Umständen die Beschwerden auftreten.

Welche Aufgabe hat der Tränenfilm?

Unsere Augenoberfläche wird von einem dünnen Tränenfilm bedeckt.

Er ist wesentlich komplexer, als man zunächst vermuten könnte.

Der Tränenfilm trägt dazu bei, die Augenoberfläche feucht zu halten, und bildet einen wichtigen Bestandteil des optischen Systems.

Er besteht aus verschiedenen Komponenten, darunter Wasser, Schleimstoffe und Lipide.

Diese Bestandteile erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Die Lipidschicht trägt beispielsweise dazu bei, die Verdunstung zu begrenzen.

Die wässrige Komponente enthält unter anderem gelöste Stoffe und Proteine.

Muzine unterstützen die Benetzung der Augenoberfläche.

Wenn dieses Zusammenspiel gestört ist, kann der Tränenfilm instabil werden.

Das kann zu Beschwerden wie Brennen, Trockenheitsgefühl oder schwankender Sehschärfe beitragen.

Warum ist Blinzeln so wichtig?

Normalerweise blinzeln wir regelmäßig, ohne darüber nachzudenken.

Bei jedem vollständigen Lidschlag wird der Tränenfilm erneut über die Augenoberfläche verteilt.

Gleichzeitig unterstützt die Lidbewegung die Funktion der Drüsen am Lidrand.

Diese sogenannten Meibom-Drüsen produzieren einen wichtigen Bestandteil der Lipidschicht des Tränenfilms.

Bei konzentrierter Bildschirmarbeit kann sich unser Blinkverhalten verändern.

Viele Menschen blinzeln dann seltener oder unvollständig.

Dadurch kann die Augenoberfläche stärker der Verdunstung ausgesetzt sein.

Das ist einer der Gründe, weshalb Augenbeschwerden bei längerer Bildschirmarbeit häufiger auffallen können.

Was hat Dein Smartphone damit zu tun?

Vielleicht verbringst Du täglich mehrere Stunden am Computer.

Dazu kommen Nachrichten auf dem Smartphone, Videokonferenzen, digitale Zeitungen und gelegentlich ein Film auf dem Tablet.

Viele dieser Tätigkeiten verlangen eine anhaltende Konzentration auf kurze Entfernungen.

Dabei verändert sich nicht nur die Anforderung an die optische Einstellung unserer Augen.

Auch das Blinkverhalten kann beeinflusst werden.

Deshalb wird längere Bildschirmarbeit häufig mit Beschwerden wie trockenen Augen, Augenbrennen oder visueller Ermüdung in Verbindung gebracht.

Allerdings bedeutet das nicht, dass jede Person mit hoher Bildschirmzeit zwangsläufig Beschwerden entwickelt.

Die individuellen Voraussetzungen unterscheiden sich erheblich.

Welche Rolle spielt trockene Raumluft?

Nicht nur Bildschirme können die Augenoberfläche beeinflussen.

Auch die Umgebung spielt eine Rolle.

In beheizten oder klimatisierten Räumen kann die Luftfeuchtigkeit niedrig sein.

Dadurch können Verdunstungsprozesse an der Augenoberfläche begünstigt werden.

Besonders unangenehm kann ein direkter Luftstrom sein.

Vielleicht sitzt Du beispielsweise unmittelbar vor einer Klimaanlage oder einem Ventilator.

Solche Bedingungen können bestehende Beschwerden verstärken.

Es lohnt sich deshalb, auch die Umgebung Deines Arbeitsplatzes zu betrachten.

Können Kontaktlinsen brennende Augen verursachen?

Ja, auch Kontaktlinsen können eine Rolle spielen.

Sie verändern die Bedingungen an der Augenoberfläche und stehen in Wechselwirkung mit dem Tränenfilm.

Manche Kontaktlinsenträger berichten über Trockenheitsgefühl, Brennen oder ein Fremdkörpergefühl.

Die Ursachen können unterschiedlich sein.

Dazu gehören beispielsweise die Tragebedingungen, die individuelle Verträglichkeit, Ablagerungen auf den Linsen oder Veränderungen der Augenoberfläche.

Wenn beim Tragen von Kontaktlinsen Schmerzen, deutliche Rötungen, Lichtempfindlichkeit oder Sehverschlechterungen auftreten, sollten die Linsen sofort herausgenommen und die Augen dringend fachlich untersucht werden.

Denn insbesondere bei Kontaktlinsenträgern müssen auch infektiöse Hornhauterkrankungen berücksichtigt werden.

Was verändert sich tatsächlich mit dem Alter?

Mit zunehmendem Alter können sich verschiedene Eigenschaften des Tränenfilms und der Augenoberfläche verändern.

Auch die Funktion der Meibom-Drüsen kann beeinträchtigt sein.

Bestimmte Formen des trockenen Auges treten deshalb im höheren Lebensalter häufiger auf.

Daneben können hormonelle Veränderungen, Medikamente und verschiedene Erkrankungen eine Rolle spielen.

Doch daraus folgt nicht, dass brennende Augen im Alter einfach hingenommen werden sollten.

Auch bei älteren Menschen können behandelbare Ursachen vorliegen.

Umgekehrt können jüngere Menschen ebenfalls unter trockenen oder brennenden Augen leiden.

Das Lebensalter allein erklärt die Beschwerden also nicht.

Warum können trockene Augen manchmal sogar tränen?

Das klingt zunächst widersprüchlich.

Wenn die Augen trocken sind, warum laufen dann manchmal Tränen?

Eine mögliche Erklärung ist eine reflektorisch gesteigerte Tränenproduktion als Reaktion auf eine gereizte Augenoberfläche.

Dabei kann vermehrt Tränenflüssigkeit gebildet werden.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Tränenfilm stabil und funktionell ausreichend ist.

Auch Störungen des Tränenabflusses können tränende Augen verursachen.

Deshalb lassen sich tränende Augen nicht ohne Weiteres einer bestimmten Ursache zuordnen.

Welche Rolle spielen Medikamente und Erkrankungen?

Manche Arzneimittel können die Tränenproduktion oder die Bedingungen an der Augenoberfläche beeinflussen.

Dazu gehören beispielsweise bestimmte Medikamente mit anticholinergen Wirkungen.

Auch verschiedene systemische Erkrankungen können mit Veränderungen der Augenoberfläche einhergehen.

Ein bekanntes Beispiel ist das Sjögren-Syndrom.

Dabei kann unter anderem die Funktion der Tränendrüsen beeinträchtigt sein.

Das bedeutet nicht, dass hinter jedem trockenen Auge eine systemische Erkrankung steckt.

Es zeigt lediglich, warum eine sorgfältige medizinische Einordnung wichtig sein kann.

Verordnete Medikamente sollten wegen Augenbeschwerden nicht eigenmächtig abgesetzt werden.

Was kannst Du im Alltag selbst beobachten?

Wenn Deine Augen häufiger brennen, kann es hilfreich sein, auf mögliche Zusammenhänge zu achten.

Beispielsweise:

  • Treten die Beschwerden vor allem nach längerer Bildschirmarbeit auf?

  • Sind sie in klimatisierten oder stark beheizten Räumen ausgeprägter?

  • Besteht ein Zusammenhang mit dem Tragen von Kontaktlinsen?

  • Sind beide Augen betroffen oder nur eines?

  • Kommen Rötungen, Schmerzen oder Sehverschlechterungen hinzu?

  • Treten die Beschwerden regelmäßig zu bestimmten Tageszeiten auf?

Solche Beobachtungen können für die spätere medizinische Beurteilung hilfreich sein.

Sie ersetzen jedoch keine Untersuchung.

Können kurze Bildschirmpausen sinnvoll sein?

Bei längerer Naharbeit können regelmäßige kurze Unterbrechungen eine praktische Gewohnheit sein.

Du kannst beispielsweise gelegentlich vom Bildschirm aufschauen und Deinen Blick auf einen weiter entfernten Gegenstand richten.

Auch bewusstes vollständiges Blinzeln kann die gleichmäßige Verteilung des Tränenfilms unterstützen.

Eine bekannte Orientierung ist die sogenannte 20-20-20-Regel.

Sie empfiehlt, ungefähr alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden auf einen Gegenstand in rund sechs Metern Entfernung zu schauen.

Die genaue zeitliche Vorgabe ist wissenschaftlich allerdings nicht als optimale oder therapeutisch wirksame Methode gesichert.

Solche Pausen können eine sinnvolle Ergänzung des Arbeitsalltags sein.

Sie ersetzen jedoch keine Behandlung einer bestehenden Augenerkrankung.

Wann solltest Du brennende Augen untersuchen lassen?

Wenn Deine Augen regelmäßig brennen, jucken oder sich trocken anfühlen, solltest Du die Beschwerden nicht dauerhaft ignorieren.

Eine augenärztliche Untersuchung kann helfen, mögliche Ursachen einzugrenzen.

Besonders wichtig ist eine zeitnahe Abklärung, wenn die Beschwerden zunehmen oder mit einer Sehverschlechterung verbunden sind.

Starke Augenschmerzen, eine ausgeprägte einseitige Rötung, deutliche Lichtempfindlichkeit oder plötzlich auftretende Sehstörungen können Hinweise auf dringlich behandlungsbedürftige Erkrankungen sein.

In solchen Fällen ist eine unverzügliche medizinische Abklärung erforderlich.

Warum lohnt es sich, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen?

Vielleicht liegt eine interessante Erkenntnis darin, dass unsere Augen nicht unabhängig von unserem Alltag funktionieren.

Sie reagieren auf unterschiedliche Umgebungsbedingungen und Anforderungen.

Wer viele Stunden am Bildschirm verbringt, setzt seine Augen anderen Bedingungen aus als jemand, der häufig zwischen unterschiedlichen Sehentfernungen wechselt.

Wer Kontaktlinsen trägt, hat andere Voraussetzungen als jemand ohne Sehhilfe.

Und auch Raumklima, Medikamente und individuelle Erkrankungen können eine Rolle spielen.

Deshalb ist es wenig hilfreich, brennende Augen pauschal als Alterserscheinung abzutun.

Fazit: Nicht das Alter allein entscheidet

Brennende Augen können unterschiedliche Ursachen haben.

Ein instabiler Tränenfilm, verändertes Blinkverhalten, Kontaktlinsen, Umwelteinflüsse und verschiedene Erkrankungen kommen infrage.

Mit zunehmendem Alter können bestimmte Veränderungen häufiger auftreten.

Doch das bedeutet nicht, dass Augenbeschwerden zwangsläufig dazugehören.

Es lohnt sich, auf die eigenen Sehgewohnheiten und mögliche Auslöser zu achten.

Und wenn Beschwerden regelmäßig auftreten oder anhalten, sollten sie fachlich untersucht werden.

Interessant ist deshalb nicht nur: Wie alt bist Du? Sondern auch: Wie viele Stunden täglich müssen Deine Augen auf kurze Distanz arbeiten?

Denn Deine Augen verdienen mehr Aufmerksamkeit als ein Schulterzucken.


Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine augenärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei wiederkehrenden oder anhaltenden Augenbeschwerden sollte eine fachliche Abklärung erfolgen. Plötzlich auftretende Sehstörungen, starke Augenschmerzen oder andere akute Warnzeichen können medizinische Notfälle darstellen.

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