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Hinrich Hörnlein-Rummel

LINDstore Gesundheitsratgeber –

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Artikel: Schadet Nährstoffmangel deinen Augen?

Schadet Nährstoffmangel deinen Augen?

Was Du isst, hat tatsächlich etwas mit Deinen Augen zu tun

Warum Deine Augen Nährstoffe brauchen – und was Ernährung für Deine Sehkraft bedeutet

Wenn wir über gesunde Augen sprechen, denken wir meistens an gutes Licht, regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit oder die richtige Brille.

Aber wann hast Du zuletzt darüber nachgedacht, dass auch Dein Mittagessen etwas mit Deinen Augen zu tun hat?

Vielleicht klingt das zunächst überraschend. Schließlich sehen wir mit unseren Augen und nicht mit unserem Magen.

Doch die Augen sind Teil unseres Körpers. Und wie jedes andere Organ benötigen sie eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, um ihre normalen Funktionen aufrechtzuerhalten.

Besonders interessant ist dabei die Netzhaut. Sie gehört zu den stoffwechselaktiven Geweben unseres Körpers und verarbeitet die Lichtreize, aus denen unser Gehirn schließlich Bilder entstehen lässt.

Dafür braucht sie Energie und verschiedene Nährstoffe.

Was Du isst, hat also tatsächlich etwas mit Deinen Augen zu tun. Aber daraus folgt nicht, dass bestimmte Lebensmittel oder Vitamine Augenerkrankungen verhindern oder heilen können.

Schauen wir uns genauer an, was dahintersteckt.

1. Deine Augen leisten jeden Tag Erstaunliches

Während Du diesen Text liest, passiert in Deinen Augen eine ganze Menge.

Licht fällt durch die Hornhaut und die Pupille auf die Netzhaut. Dort befinden sich spezialisierte Sinneszellen, die Lichtreize in elektrische Signale umwandeln.

Diese Signale werden über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet.

Erst durch ihre Verarbeitung entsteht das Bild, das Du wahrnimmst.

Besonders anspruchsvoll ist die Arbeit der Netzhaut. Ihre Nervenzellen benötigen kontinuierlich Energie, und ihre normale Funktion hängt von zahlreichen biochemischen Vorgängen ab.

Wie andere Gewebe ist auch die Netzhaut auf eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen.

Es gibt also keinen Grund, die Augen bei einer ausgewogenen Ernährung gedanklich auszuklammern.

Die spannendere Frage lautet: Welche Nährstoffe sind für die normale Funktion unserer Augen besonders interessant?

2. Vitamin A: ein wichtiger Bestandteil des Sehvorgangs

Vitamin A gehört zu den bekanntesten Nährstoffen im Zusammenhang mit dem Sehen.

Und das hat einen guten Grund.

In der Netzhaut befinden sich lichtempfindliche Moleküle, die Vitamin-A-Abkömmlinge enthalten. Sie sind am sogenannten Sehzyklus beteiligt.

Besonders deutlich wird die Bedeutung von Vitamin A bei einem ausgeprägten Mangel. Dieser kann unter anderem zu Nachtblindheit führen.

Für Vitamin A gibt es deshalb eine ausdrücklich zugelassene gesundheitsbezogene Aussage:

Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine zusätzliche Vitamin-A-Einnahme die Sehkraft eines ausreichend versorgten Menschen verbessert.

Der Unterschied ist wichtig: Ein Nährstoff kann für eine normale Körperfunktion notwendig sein, ohne dass eine zusätzliche Menge automatisch einen zusätzlichen Nutzen bringt.

Wo kommt Vitamin A vor?

Vitamin A ist beispielsweise in Eiern, Milchprodukten und Leber enthalten.

Pflanzliche Lebensmittel liefern bestimmte Carotinoide, insbesondere Beta-Carotin, aus denen der Körper Vitamin A bilden kann.

Dazu gehören unter anderem Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis und einige dunkelgrüne Gemüsearten.

Karotten sind also durchaus interessante Lebensmittel.

Aber sie machen aus normal sehenden Menschen keine Adleraugen.

3. Zink: ein Spurenelement mit vielen Aufgaben

Auch Zink ist für unseren Körper unverzichtbar.

Es ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und spielt unter anderem bei der Funktion verschiedener Enzyme eine Rolle.

Im Zusammenhang mit den Augen ist besonders interessant, dass Zink zur normalen Funktion des Sehsystems beiträgt.

Auch hier gibt es eine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage:

Zink trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.

Das ist eine wissenschaftlich bewertete Aussage über eine normale Körperfunktion.

Sie bedeutet nicht, dass Zink eine bestehende Augenerkrankung behandeln kann oder dass hohe Zinkmengen automatisch zu besserem Sehen führen.

Welche Lebensmittel enthalten Zink?

Zink findet sich beispielsweise in Fleisch, Käse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Kernen und Vollkornprodukten.

Die Aufnahme kann je nach Lebensmittelzusammensetzung unterschiedlich ausfallen.

Eine abwechslungsreiche Ernährung bietet deshalb häufig eine gute Grundlage für die Versorgung mit diesem Spurenelement.

4. Vitamin C und Vitamin E: Schutz vor oxidativem Stress

Unsere Zellen sind ständig an Stoffwechselprozessen beteiligt.

Dabei entstehen unter anderem reaktive Sauerstoffverbindungen.

Das ist zunächst ein normaler Bestandteil biologischer Vorgänge.

Wenn jedoch die Bildung solcher Verbindungen und die körpereigenen Schutzmechanismen aus dem Gleichgewicht geraten, spricht man von oxidativem Stress.

Vitamin C und Vitamin E gehören zu den Nährstoffen, die in diesem Zusammenhang untersucht wurden.

Für beide Vitamine ist die folgende gesundheitsbezogene Aussage zugelassen:

Vitamin C und Vitamin E tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Das gilt für Körperzellen allgemein und ist keine spezielle Aussage über die Behandlung von Augenkrankheiten.

Gerade bei Ernährungsthemen ist diese Unterscheidung entscheidend.

Aus einer normalen physiologischen Funktion lässt sich nicht automatisch ableiten, dass die zusätzliche Einnahme eines Vitamins eine bestimmte Erkrankung verhindern kann.

Wo findest Du diese Vitamine?

Vitamin C ist beispielsweise in Paprika, Brokkoli, Beeren, Zitrusfrüchten und vielen anderen Obst- und Gemüsesorten enthalten.

Vitamin E kommt unter anderem in pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen und bestimmten Gemüsearten vor.

Eine abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl kann zur Versorgung mit beiden Vitaminen beitragen.

5. Lutein und Zeaxanthin: zwei besondere Pflanzenstoffe

Jetzt kommen wir zu zwei Stoffen, die in der Augenforschung besondere Aufmerksamkeit erhalten haben: Lutein und Zeaxanthin.

Beide gehören zur Gruppe der Carotinoide.

Das sind natürliche Pflanzenfarbstoffe, die unter anderem in grünem Blattgemüse und anderen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen.

Das Besondere: Lutein und Zeaxanthin finden sich auch im menschlichen Auge.

Dort sind sie vor allem im Bereich der Makula konzentriert.

Die Makula ist der Bereich der Netzhaut, mit dem wir besonders scharf sehen können. In ihrem Zentrum befindet sich die Sehgrube, die sogenannte Fovea.

Die dort vorkommenden Carotinoide werden zusammen mit einem weiteren Stoff, Meso-Zeaxanthin, als Makulapigment bezeichnet.

Dieses Pigment kann bestimmte kurzwellige Lichtanteile absorbieren. Außerdem werden antioxidative Eigenschaften der beteiligten Carotinoide erforscht.

Das macht Lutein und Zeaxanthin wissenschaftlich interessant.

Aber interessant bedeutet nicht automatisch, dass jede behauptete gesundheitliche Wirkung bewiesen ist.

Für Lutein und Zeaxanthin gibt es in der EU keine allgemein zugelassene gesundheitsbezogene Aussage zur Erhaltung normaler Sehkraft.

Deshalb sollten wir aus ihrem Vorkommen in der Makula keine pauschale Schutzwirkung gegen Augenerkrankungen ableiten.

In welchen Lebensmitteln kommen sie vor?

Lutein und Zeaxanthin sind unter anderem in folgenden Lebensmitteln enthalten:

  • Grünkohl und Spinat

  • anderen dunkelgrünen Blattgemüsen

  • Brokkoli

  • Mais

  • Eigelb

Dabei unterscheiden sich die Gehalte zwischen den Lebensmitteln erheblich.

Die Konzentration eines Pflanzenstoffes im Auge sagt außerdem noch nichts darüber aus, wie stark sich seine zusätzliche Aufnahme bei einem bestimmten Menschen gesundheitlich auswirkt.

6. Können Nahrungsergänzungsmittel die Augen schützen?

Diese Frage ist naheliegend.

Wenn bestimmte Nährstoffe für die normale Funktion der Augen wichtig sind, könnte man schließlich vermuten, dass zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe besonders hilfreich sind.

Doch so einfach ist die wissenschaftliche Bewertung nicht.

Zunächst muss man unterscheiden zwischen einer normalen Nährstoffversorgung, der Behandlung eines tatsächlichen Mangels und der gezielten Anwendung bestimmter Nährstoffkombinationen bei einzelnen Erkrankungen.

Ein bekanntes Beispiel sind die amerikanischen AREDS- und AREDS2-Studien.

Dort wurden spezielle Kombinationen aus Vitaminen, Mineralstoffen und teilweise Carotinoiden bei Menschen mit bestimmten Stadien der altersabhängigen Makuladegeneration untersucht.

Für ausgewählte Patientengruppen zeigte sich ein Nutzen hinsichtlich des Fortschreitens dieser Erkrankung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass solche Präparate bei gesunden Menschen die Sehkraft verbessern oder allgemein vor Augenkrankheiten schützen.

Die untersuchten Dosierungen und Kombinationen sind zudem nicht mit einer gewöhnlichen Ernährung gleichzusetzen.

Bei bestimmten Erkrankungen kann deshalb eine individuelle augenärztliche Beratung sinnvoll sein.

Für den Alltag gilt dagegen: Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen sie nicht.

7. Warum mehr nicht automatisch besser ist

Gerade bei Vitaminen hält sich eine Vorstellung besonders hartnäckig:

Wenn eine normale Menge gut ist, müsste eine besonders hohe Menge noch besser sein.

Biologisch funktioniert unser Körper aber nicht nach diesem einfachen Prinzip.

Bei einer ausreichenden Versorgung muss eine zusätzliche Zufuhr keinen weiteren Vorteil bringen.

Einige Nährstoffe können in hohen Mengen sogar unerwünschte Wirkungen haben.

Das gilt beispielsweise für vorgeformtes Vitamin A, das bei langfristig überhöhter Aufnahme gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Auch hohe Mengen bestimmter Mineralstoffe können unerwünscht sein.

Deshalb ist es sinnvoll, zwischen einer bedarfsgerechten Versorgung und einer ungezielten hochdosierten Ergänzung zu unterscheiden.

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Nährstoffe aufzunehmen, sondern den Körper angemessen zu versorgen.

8. Was bedeutet das für Deinen Speiseplan?

Vielleicht erwartest Du jetzt eine komplizierte Liste mit Lebensmitteln, Mengenangaben und täglichen Regeln.

Dabei lässt sich der wichtigste Gedanke viel einfacher formulieren.

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit unterschiedlichen Gemüsearten, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und weiteren geeigneten Lebensmitteln liefert zahlreiche Nährstoffe.

Dabei muss nicht jede Mahlzeit perfekt sein.

Es geht vielmehr darum, über längere Zeit eine ausgewogene Lebensmittelauswahl zu treffen.

Ein paar Beispiele:

Ein Frühstück mit Vollkornbrot und einem passenden Belag kann verschiedene Mineralstoffe liefern.

Ein Mittagessen mit grünem Gemüse bringt unterschiedliche Vitamine und Pflanzenstoffe auf den Teller.

Eine Handvoll Nüsse oder Kerne kann den Speiseplan ergänzen.

Und ein bunt zusammengestellter Salat liefert mehr als nur eine hübsche Optik.

Entscheidend ist die Vielfalt, nicht die Vorstellung, dass ein einzelnes Lebensmittel besonders viel für die Augen leisten müsse.

9. Deine Augen brauchen mehr als Vitamine

So wichtig die Ernährung für unseren Körper ist: Sie ist nur ein Teil eines größeren Zusammenhangs.

Auch andere Faktoren können für die Augengesundheit relevant sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • die Vermeidung des Rauchens,

  • die Behandlung eines erhöhten Blutdrucks oder Diabetes, sofern vorhanden,

  • geeigneter UV-Schutz bei starker Sonneneinstrahlung,

  • regelmäßige augenärztliche Untersuchungen entsprechend dem individuellen Risiko,

  • angemessene Pausen bei längerer Nah- und Bildschirmarbeit.

Eine ausgewogene Ernährung kann eine sinnvolle Grundlage sein. Sie ersetzt aber weder notwendige medizinische Maßnahmen noch die Abklärung von Sehbeschwerden.

10. Was Deine Augen Dir über Ernährung nicht verraten können

Vielleicht fragst Du Dich, ob Du an Deinen Augen erkennen kannst, dass Dir ein bestimmtes Vitamin fehlt.

In den meisten Fällen ist das nicht zuverlässig möglich.

Trockene Augen, verschwommenes Sehen oder schnelle Ermüdung können viele Ursachen haben.

Sie sind kein eindeutiger Hinweis auf einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel.

Umgekehrt bedeutet eine gute Sehschärfe nicht automatisch, dass Deine Ernährung optimal zusammengesetzt ist.

Deshalb sind pauschale Selbstdiagnosen wenig hilfreich.

Wenn der Verdacht auf einen Nährstoffmangel besteht, sollte er anhand der persönlichen Situation medizinisch eingeordnet werden.

Fazit: Deine Augen essen mit

Deine Augen sind keine isolierten Sinnesorgane.

Sie gehören zu einem komplexen Organismus, dessen Zellen auf eine angemessene Versorgung mit Energie und Nährstoffen angewiesen sind.

Vitamin A und Zink tragen zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.

Vitamin C und Vitamin E tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Und Lutein sowie Zeaxanthin sind interessante Carotinoide, die natürlicherweise auch in der Makula vorkommen.

Das alles zeigt, wie eng Ernährung und normale Körperfunktionen miteinander verbunden sind.

Es bedeutet aber nicht, dass bestimmte Vitamine oder Lebensmittel eine Augenerkrankung heilen können.

Mein Rat: Denke bei Deiner Ernährung nicht nur an Herz, Muskeln oder Verdauung. Denke gelegentlich auch an Deine Augen.

Denn sie gehören zu Deinem Körper – und profitieren ebenso von einer angemessenen Nährstoffversorgung.


Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Aus den beschriebenen physiologischen Funktionen von Nährstoffen lässt sich keine Wirkung zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Augenerkrankungen ableiten. Bei Sehbeschwerden oder bestehenden Augenerkrankungen ist eine individuelle augenärztliche Beratung sinnvoll.

Hinweis zu unseren Beiträgen:
Zur Veranschaulichung nutzen wir auf unserer Website teilweise symbolische, KI-generierte Bilder sowie Bildmaterial aus eigenen Beständen.

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