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Hinrich Hörnlein-Rummel

LINDstore Gesundheitsratgeber –

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Artikel: Macht der PC deine Augen kaputt?

Macht der PC deine Augen kaputt?

Der Bildschirm macht Deine Augen nicht müde, weil er ein Bildschirm ist

Warum nicht allein die Bildschirmzeit zählt, sondern vor allem, wie Du Deine Augen dabei beanspruchst.

Du sitzt am Computer, arbeitest konzentriert, beantwortest E-Mails oder liest einen spannenden Artikel. Plötzlich bemerkst Du, dass Deine Augen schwer werden. Vielleicht verschwimmen die Buchstaben kurz, Du musst häufiger blinzeln oder hast das Gefühl, Deine Augen seien trocken.

Die naheliegende Erklärung lautet: „Ich habe heute einfach zu lange auf einen Bildschirm geschaut.“

Doch so einfach ist es nicht.

Ein Bildschirm ist nicht automatisch schädlich für Deine Augen. Entscheidend ist unter anderem, wie Du ihn benutzt. Denn während Du konzentriert arbeitest, verändern sich mehrere Dinge gleichzeitig: Dein Blick bleibt lange auf eine ähnliche Entfernung gerichtet, Du blinzelst möglicherweise seltener und Deine Augen bekommen kaum Gelegenheit, zwischen Nah- und Fernsicht zu wechseln.

Dazu kommen Umgebungsbedingungen wie trockene Luft, ungünstige Beleuchtung oder störende Spiegelungen.

Die gute Nachricht: Viele dieser Belastungsfaktoren lassen sich im Alltag beeinflussen.

1. Deine Augen sind für wechselnde Entfernungen gemacht

Stell Dir einen Spaziergang durch einen Park vor.

Du schaust auf den Weg vor Deinen Füßen, entdeckst einen Vogel auf einem Baum, blickst zu den Wolken und liest anschließend eine Nachricht auf Deinem Smartphone.

Deine Augen stellen sich dabei immer wieder auf unterschiedliche Entfernungen ein.

Beim Arbeiten am Computer sieht das anders aus. Über längere Zeit befindet sich Dein Blick häufig in einem relativ engen Entfernungsbereich.

Damit Du Gegenstände in der Nähe scharf erkennen kannst, verändert die Augenlinse ihre Brechkraft. Diesen Vorgang nennt man Akkommodation.

Bei längerer Naharbeit kann das Sehsystem ermüden. Manche Menschen bemerken dann ein Druckgefühl rund um die Augen, zeitweilig verschwommenes Sehen oder Schwierigkeiten, nach der Bildschirmarbeit sofort wieder in die Ferne scharf zu sehen.

Das bedeutet nicht, dass der Bildschirm die Augen dauerhaft geschädigt hat.

Es zeigt zunächst, dass längere Naharbeit für das Sehsystem anstrengend sein kann.

2. Warum Du am Bildschirm oft weniger blinzelst

Blinzeln gehört zu den kleinen Körperfunktionen, über die wir normalerweise kaum nachdenken.

Dabei erfüllt jeder vollständige Lidschlag eine wichtige Aufgabe: Er verteilt den Tränenfilm über die Augenoberfläche.

Dieser Tränenfilm trägt dazu bei, dass die Oberfläche des Auges glatt, feucht und optisch klar bleibt.

Wenn Du sehr konzentriert auf einen Bildschirm schaust, kann sich Dein Blinzelverhalten verändern. Häufig werden die Lidschläge seltener oder unvollständig.

Dadurch kann der Tränenfilm zwischen den Lidschlägen stärker aufreißen.

Mögliche Folgen sind:

  • ein trockenes oder sandiges Gefühl,

  • vorübergehendes Brennen,

  • schwankende Sehschärfe,

  • ein Fremdkörpergefühl,

  • gelegentlich auch tränende Augen.

Das Interessante daran: Nicht nur die Anzahl der Lidschläge spielt eine Rolle. Auch die Frage, ob sich die Lider vollständig schließen, ist wichtig.

Du kannst also lange vor einem Bildschirm sitzen, ohne Beschwerden zu entwickeln. Du kannst aber auch schon nach kürzerer Zeit merken, dass Deine Augen unangenehm reagieren.

Die individuelle Veranlagung, die Umgebung und Dein Verhalten machen einen Unterschied.

3. Die Umgebung arbeitet mit – manchmal gegen Dich

Nicht jede Augenbelastung entsteht unmittelbar durch das Sehen.

Ein Beispiel ist trockene Raumluft. Gerade in beheizten Büros oder klimatisierten Räumen kann die Verdunstung des Tränenfilms begünstigt werden.

Auch ein Luftstrom, der direkt ins Gesicht gerichtet ist, kann unangenehm sein.

Hinzu kommen Lichtverhältnisse.

Steht Dein Monitor direkt vor einem hellen Fenster, können starke Helligkeitsunterschiede entstehen. Spiegelt sich eine Lampe auf dem Bildschirm, musst Du Dich möglicherweise stärker konzentrieren, um Texte gut zu erkennen.

Auch eine sehr kleine Schrift, ungünstige Kontraste oder ein schlecht eingestellter Arbeitsplatz können das Sehen unnötig anstrengend machen.

Dabei geht es nicht darum, den perfekten Arbeitsplatz nach einer starren Vorschrift einzurichten.

Viel wichtiger ist eine einfache Frage:

Kannst Du entspannt sehen, ohne ständig die Augen zusammenzukneifen, den Kopf vorzuschieben oder gegen störende Lichtreflexe anzuschauen?

Wenn nicht, lohnt sich eine Veränderung.

4. Die 20-20-20-Regel: eine kleine Pause für Deinen Blick

Eine bekannte Orientierungshilfe für Bildschirmarbeit ist die sogenannte 20-20-20-Regel.

Nach etwa 20 Minuten Naharbeit schaust Du für ungefähr 20 Sekunden auf einen Gegenstand in mindestens sechs Metern Entfernung.

Das ist keine medizinische Behandlung und keine Garantie gegen Augenbeschwerden. Es ist eine leicht zu merkende Alltagshilfe, mit der Du regelmäßig Deine Blickentfernung wechselst.

Die genaue Zahlenkombination ist dabei weniger entscheidend als die Gewohnheit, die dahintersteht.

Auch ein kurzer Blick aus dem Fenster oder ein Gang durch den Raum kann eine willkommene Unterbrechung sein.

Wissenschaftlich ist nicht abschließend belegt, dass genau diese Zeitintervalle anderen Pausenrhythmen überlegen sind. Regelmäßige Unterbrechungen längerer Naharbeit sind dennoch eine vernünftige Empfehlung.

5. Bewusst blinzeln – ohne daraus eine Übungspflicht zu machen

Vielleicht kennst Du das: Du liest einen besonders interessanten Text und bemerkst plötzlich, dass Du die Augen regelrecht aufgerissen hast.

Dann kann es hilfreich sein, einige Male bewusst und vollständig zu blinzeln.

Nicht fest zusammenkneifen. Nicht übertreiben.

Einfach die Lider sanft schließen und wieder öffnen.

Gerade bei längerer Bildschirmarbeit kann Dich diese kleine Unterbrechung daran erinnern, dass Deine Augen nicht nur scharf sehen, sondern auch eine gut benetzte Oberfläche benötigen.

Du musst daraus keine komplizierte Trainingsroutine machen.

Es reicht, das Blinzeln gelegentlich wieder in Deine Aufmerksamkeit zu holen.

6. Auch Deine Brille kann eine Rolle spielen

Wenn Du am Bildschirm häufiger Beschwerden hast, lohnt sich manchmal ein Blick auf Deine Sehhilfe.

Denn eine Brille, die sich hervorragend zum Autofahren eignet, ist nicht unbedingt optimal für die Entfernung zum Monitor.

Ebenso kann eine gewöhnliche Lesebrille für einen weiter entfernten Bildschirm ungeeignet sein.

Gerade mit zunehmendem Alter verändert sich die Fähigkeit der Augen, sich auf nahe Gegenstände einzustellen. Das ist ein normaler physiologischer Vorgang.

Manche Menschen profitieren deshalb von einer individuell angepassten Bildschirm- oder Arbeitsplatzbrille.

Ob das sinnvoll ist, hängt von Deiner Sehstärke, Deinen Arbeitsabständen und Deinen Beschwerden ab.

Wichtig ist: Eine neue Brille ist nicht automatisch die Lösung für jedes müde Auge. Trockene Augen, Beleuchtung und Arbeitsgewohnheiten können ebenso eine Rolle spielen.

7. Muss ich Angst vor dem blauen Licht haben?

Kaum ein Thema wird im Zusammenhang mit Bildschirmen so häufig diskutiert wie blaues Licht.

Dabei lohnt es sich, zwei Dinge auseinanderzuhalten.

Erstens: Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass die übliche Nutzung moderner Bildschirme durch deren blaues Licht die Netzhaut schädigt.

Zweitens: Licht am Abend kann unseren Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Besonders helles und kurzwelliges Licht kann dabei eine Rolle spielen.

Das sind unterschiedliche Fragen.

Spezielle Blaulichtfilterbrillen sind nach der bisherigen Studienlage nicht überzeugend als Mittel gegen digitale Augenbelastung belegt.

Wenn Deine Augen nach einem langen Arbeitstag müde sind, solltest Du deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass blaues Licht die Ursache ist.

Häufig lohnt es sich mehr, zunächst auf Blickabstand, Pausen, Blinzeln und Lichtverhältnisse zu achten.

8. Warum kleine Veränderungen oft sinnvoller sind als große Vorsätze

Viele Menschen nehmen sich vor, künftig weniger Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen.

Das klingt vernünftig, ist aber im Berufsalltag nicht immer realistisch.

Wer täglich am Computer arbeitet, kann seine Aufgaben schließlich nicht einfach abschaffen.

Die bessere Frage lautet deshalb:

Wie kannst Du Deine Bildschirmzeit augenfreundlicher gestalten?

Vielleicht beginnst Du damit, bei jedem abgeschlossenen Arbeitsschritt kurz in die Ferne zu schauen.

Vielleicht stellst Du den Monitor so auf, dass sich die Deckenbeleuchtung nicht darin spiegelt.

Oder Du gewöhnst Dir an, während eines Telefongesprächs aufzustehen und den Blick durch den Raum schweifen zu lassen.

Solche Veränderungen sind unspektakulär.

Aber genau darin liegt ihr Vorteil: Sie lassen sich in einen normalen Tag integrieren, ohne dass Du Deinen gesamten Arbeitsablauf verändern musst.

9. Wann Du Beschwerden nicht einfach auf den Bildschirm schieben solltest

Brennende, müde oder zeitweilig verschwommen sehende Augen können mit längerer Bildschirmarbeit zusammenhängen.

Sie können aber auch andere Ursachen haben.

Dazu gehören beispielsweise Veränderungen des Tränenfilms, nicht optimal korrigierte Fehlsichtigkeit, Entzündungen oder andere Augenerkrankungen.

Wenn Beschwerden häufig auftreten, länger anhalten oder zunehmen, ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll.

Bei plötzlich auftretender Sehverschlechterung, starken Augenschmerzen, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit oder einem deutlich geröteten, schmerzhaften Auge solltest Du zeitnah medizinische Hilfe suchen. Ein plötzlicher Sehverlust ist ein Notfall.

Die wichtigste Unterscheidung lautet deshalb:

Nicht jede Augenmüdigkeit ist ein Zeichen für eine Erkrankung. Aber auch nicht jedes Augenproblem lässt sich mit einer Bildschirmpause erklären.

Fazit: Nicht erst reagieren, wenn Deine Augen brennen

Deine Augen leisten bei der Bildschirmarbeit eine Menge.

Sie stellen sich über längere Zeit auf ähnliche Entfernungen ein, müssen kleine Zeichen erkennen und bleiben dabei oft hoch konzentriert.

Wenn Du seltener blinzelst, wenig Pausen machst und unter ungünstigen Lichtbedingungen arbeitest, können sich verschiedene Belastungsfaktoren gegenseitig verstärken.

Deshalb mein Rat:

Warte nicht erst, bis Deine Augen brennen. Wechsle regelmäßig die Blickentfernung, blinzle bewusst und gönne Dir kurze Unterbrechungen.

Denn Augenbelastung entsteht häufig nicht durch einen einzigen Moment vor dem Bildschirm, sondern durch viele Stunden konzentrierter Naharbeit ohne ausreichende Abwechslung.

Und manchmal beginnt ein angenehmerer Arbeitstag mit einer ganz kleinen Entscheidung: kurz aufschauen.


Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine individuelle augenärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, zunehmenden oder plötzlich auftretenden Augenbeschwerden ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

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