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Hinrich Hörnlein-Rummel

LINDstore Gesundheitsratgeber –

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Artikel: Müde Augen oder Warnsignal?

Müde Augen oder Warnsignal?

Wann sind müde Augen nur müde – und wann solltest Du zum Augenarzt?

Brennende Augen nach einem langen Arbeitstag sind häufig. Doch manche Veränderungen Deiner Sehkraft solltest Du niemals einfach auf Bildschirmstress schieben.

Du hast einen langen Tag hinter Dir.

Stundenlang hast Du am Computer gearbeitet, Nachrichten gelesen, vielleicht noch ein paar Dinge auf Deinem Smartphone erledigt.

Am Abend fühlen sich Deine Augen schwer an. Sie brennen ein wenig, vielleicht erscheinen Buchstaben zeitweise unscharf.

Du machst eine Pause, schaust aus dem Fenster, gehst ein paar Schritte durch die Wohnung.

Nach einer Weile fühlen sich Deine Augen wieder angenehmer an.

Kommt Dir das bekannt vor?

Solche Beschwerden können bei längerer Bildschirmarbeit auftreten. Oft spielen mehrere Faktoren zusammen: konzentriertes Sehen auf kurze Entfernung, verändertes Blinzelverhalten, trockene Raumluft oder ungünstige Lichtverhältnisse.

Doch nicht jedes Augenproblem lässt sich damit erklären.

Der entscheidende Unterschied: Vorübergehende Augenbelastung kann sich durch eine Pause bessern. Eine neue oder ungewöhnliche Sehstörung sollte medizinisch eingeordnet werden.

Und bei manchen Symptomen zählt sogar jede Stunde.

1. Warum Deine Augen nach einem langen Tag müde werden können

Unsere Augen sind ständig aktiv.

Sie müssen sich auf unterschiedliche Entfernungen einstellen, Lichtreize verarbeiten und die Augenoberfläche ausreichend feucht halten.

Besonders bei konzentrierter Naharbeit werden bestimmte Funktionen über längere Zeit beansprucht.

Beim Lesen am Bildschirm kann sich beispielsweise das Blinzelverhalten verändern. Wir blinzeln unter Umständen seltener oder schließen die Augenlider nicht vollständig.

Dadurch kann der Tränenfilm instabiler werden.

Der Tränenfilm ist wichtig, damit die Augenoberfläche feucht und optisch glatt bleibt.

Wenn er zwischen den Lidschlägen stärker aufreißt, können unangenehme Empfindungen entstehen.

Typische Beschwerden sind:

  • ein trockenes oder sandiges Gefühl,

  • leichtes Brennen,

  • müde oder schwere Augen,

  • vorübergehend schwankende Sehschärfe,

  • das Bedürfnis, häufiger zu blinzeln.

Auch längere Naharbeit kann anstrengend sein.

Wenn Du stundenlang auf einen Monitor schaust, müssen Deine Augen über längere Zeit auf eine ähnliche Entfernung eingestellt bleiben.

Das kann zur Ermüdung des Sehsystems beitragen.

Solche Beschwerden werden häufig unter dem Begriff digitale Augenbelastung zusammengefasst.

2. Was dafür spricht, dass Deine Augen vorübergehend belastet sind

Es gibt einige Merkmale, die eher zu einer vorübergehenden Belastungssituation passen.

Beispielsweise treten die Beschwerden vor allem nach längerer Bildschirmarbeit auf.

Vielleicht bemerkst Du sie besonders an Tagen, an denen Du wenig Pausen gemacht hast.

Nach einer Unterbrechung, einem Spaziergang oder einem Wechsel der Tätigkeit werden sie wieder geringer.

Möglicherweise verschwinden sie sogar vollständig.

Auch ein Zusammenhang mit trockener Heizungsluft oder einem ungünstig eingestellten Bildschirm kann auffallen.

Wichtig ist allerdings: Eine Besserung durch eine Pause beweist nicht, dass die Beschwerden harmlos sind.

Auch bestimmte Augenerkrankungen können schwankende Beschwerden verursachen.

Wenn Symptome regelmäßig wiederkehren, länger anhalten oder sich verstärken, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll.

Du solltest Dich also nicht allein darauf verlassen, dass sich Deine Augen zwischendurch wieder besser anfühlen.

3. Wenn Buchstaben plötzlich verschwimmen

Verschwommenes Sehen ist ein gutes Beispiel dafür, warum wir genauer unterscheiden müssen.

Nach längerer Bildschirmarbeit kann die Sehschärfe vorübergehend schwanken.

Das kann beispielsweise mit einem instabilen Tränenfilm oder der Beanspruchung des Sehsystems zusammenhängen.

Doch verschwommenes Sehen ist keine Diagnose.

Auch Fehlsichtigkeiten, Veränderungen der Hornhaut, Erkrankungen der Netzhaut oder andere medizinische Ursachen kommen infrage.

Besonders aufmerksam solltest Du werden, wenn eine Sehverschlechterung neu auftritt, ungewöhnlich ist oder bestehen bleibt.

Eine plötzlich auftretende deutliche Sehverschlechterung ist ein medizinischer Notfall und muss sofort abgeklärt werden.

Das gilt auch dann, wenn keine Schmerzen bestehen.

Denn nicht jede ernsthafte Augenerkrankung verursacht Schmerzen.

4. Lichtblitze: Warum Du sie nicht ignorieren solltest

Vielleicht hast Du schon einmal bei geschlossenen Augen einen kurzen Lichtreiz wahrgenommen.

Nicht jede solche Wahrnehmung bedeutet eine gefährliche Erkrankung.

Neu auftretende Lichtblitze können jedoch ein wichtiges Warnsignal sein.

Eine mögliche Ursache sind Veränderungen des Glaskörpers.

Der Glaskörper ist eine gelartige Struktur im Inneren des Auges.

Mit zunehmendem Alter kann er sich verändern und sich teilweise von der Netzhaut lösen.

Das ist häufig ein altersabhängiger Vorgang.

Dabei kann es allerdings in manchen Fällen zu Zugkräften an der Netzhaut kommen.

Unter bestimmten Umständen kann ein Netzhautriss entstehen.

Und aus einem Netzhautriss kann sich eine Netzhautablösung entwickeln.

Deshalb gilt:

Neu auftretende Lichtblitze solltest Du umgehend augenärztlich untersuchen lassen – möglichst noch am selben Tag.

Besonders dringend ist die Untersuchung, wenn gleichzeitig neue schwarze Punkte, viele kleine bewegliche Trübungen oder ein Schatten im Gesichtsfeld auftreten.

5. Schwarze Punkte und fliegende Mücken

Manche Menschen kennen kleine dunkle Punkte oder fadenartige Strukturen, die scheinbar durch das Gesichtsfeld schweben.

Sie werden häufig als „fliegende Mücken“ bezeichnet.

Der medizinische Begriff lautet Mouches volantes.

Solche Wahrnehmungen können durch Trübungen im Glaskörper entstehen.

Viele Menschen haben sie über lange Zeit, ohne dass eine gefährliche Erkrankung dahintersteckt.

Entscheidend ist jedoch, ob sich etwas verändert.

Wenn plötzlich zahlreiche neue Punkte auftreten, insbesondere zusammen mit Lichtblitzen, sollte eine sofortige augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Ein solcher Befund kann auf Veränderungen im Glaskörper oder an der Netzhaut hinweisen.

Du musst daraus keine eigene Diagnose ableiten.

Aber Du solltest die Veränderung ernst nehmen.

6. Ein Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld

Stell Dir vor, Du schaust geradeaus und bemerkst plötzlich, dass ein Teil Deines Gesichtsfeldes dunkel erscheint.

Vielleicht wirkt es, als würde sich von einer Seite ein Schatten oder ein Vorhang vor Dein Auge schieben.

Das ist kein typisches Zeichen gewöhnlicher Bildschirmmüdigkeit.

Ein solcher Befund kann unter anderem bei einer Netzhautablösung auftreten.

Dabei löst sich die lichtempfindliche Netzhaut von ihrer darunterliegenden Versorgungsschicht.

Eine Netzhautablösung kann das Sehvermögen dauerhaft gefährden.

Deshalb ist hier schnelles Handeln entscheidend.

Wenn Du plötzlich einen Schatten, einen vorhangartigen Gesichtsfeldausfall oder einen neuen dunklen Bereich bemerkst, benötigst Du sofort eine augenärztliche Notfalluntersuchung.

Warte damit nicht bis zum nächsten regulären Termin.

7. Wenn gerade Linien plötzlich krumm aussehen

Ein weiteres Warnsignal betrifft das zentrale Sehen.

Vielleicht bemerkst Du beim Lesen, dass Buchstaben verzerrt erscheinen.

Oder Du schaust auf einen Türrahmen und hast den Eindruck, dass eine eigentlich gerade Linie plötzlich wellig verläuft.

Solche Veränderungen können unterschiedliche Ursachen haben.

Unter anderem kommen Erkrankungen im Bereich der Makula infrage.

Die Makula ist der zentrale Bereich der Netzhaut, der für besonders scharfes Sehen wichtig ist.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für bestimmte Erkrankungen dieses Bereichs, darunter die altersabhängige Makuladegeneration.

Neu auftretende Verzerrungen des Sehens sollten deshalb dringend augenärztlich abgeklärt werden, möglichst noch am selben Tag.

Das gilt besonders, wenn zusätzlich ein neuer unscharfer oder dunkler Bereich im Zentrum des Gesichtsfeldes auffällt.

8. Auch ein schmerzhaftes rotes Auge kann ein Warnsignal sein

Ein leicht gerötetes Auge kann unterschiedliche, auch vergleichsweise harmlose Ursachen haben.

Dazu gehören beispielsweise Reizungen der Augenoberfläche.

Doch ein deutlich gerötetes Auge in Verbindung mit starken Schmerzen ist etwas anderes.

Besonders aufmerksam solltest Du sein, wenn zusätzlich die Sehschärfe abnimmt, starke Lichtempfindlichkeit auftritt oder Übelkeit und Kopfschmerzen hinzukommen.

Solche Beschwerden können unter anderem bei ernsthaften Entzündungen oder einem akuten Glaukomanfall auftreten.

Ein akuter Glaukomanfall ist ein augenärztlicher Notfall.

Auch Kontaktlinsenträger sollten bei einem schmerzhaften, geröteten Auge besonders vorsichtig sein, da unter anderem Hornhautinfektionen infrage kommen.

Starke Augenschmerzen, insbesondere zusammen mit Rötung oder Sehverschlechterung, gehören sofort medizinisch abgeklärt.

9. Manchmal liegt die Ursache nicht direkt im Auge

Nicht jede Sehstörung entsteht durch eine Erkrankung des Augapfels.

Auch neurologische Ursachen können das Sehen beeinflussen.

Ein Beispiel sind plötzlich auftretende Gesichtsfeldausfälle.

Wenn gleichzeitig Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, ein herabhängender Mundwinkel oder andere plötzlich auftretende neurologische Symptome hinzukommen, kann ein Schlaganfall vorliegen.

Dann zählt jede Minute.

In dieser Situation solltest Du sofort den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

Auch ein plötzlich auftretender, schmerzloser Sehverlust auf einem Auge kann durch eine akute Durchblutungsstörung verursacht werden und erfordert eine sofortige Notfallabklärung.

Wichtig ist außerdem: Selbst wenn eine plötzlich aufgetretene Sehstörung nach wenigen Minuten wieder verschwindet, kann eine ernsthafte Ursache dahinterstecken.

Auch solche vorübergehenden Ereignisse dürfen nicht einfach als Augenmüdigkeit abgetan werden.

10. Was kannst Du bei gewöhnlicher Augenbelastung selbst verändern?

Wenn Deine Beschwerden tatsächlich mit längerer Bildschirmarbeit zusammenhängen, können kleine Veränderungen im Alltag sinnvoll sein.

Eine Möglichkeit sind regelmäßige Blickpausen.

Schau zwischendurch bewusst in die Ferne, statt stundenlang auf dieselbe kurze Entfernung zu fokussieren.

Auch vollständiges, entspanntes Blinzeln kann hilfreich sein, wenn Du bei konzentrierter Arbeit dazu neigst, die Augen weit offen zu halten.

Achte außerdem auf Deine Umgebung.

Störende Spiegelungen, ungünstige Beleuchtung und trockene Luft können das Sehen unangenehmer machen.

Vielleicht hilft es Dir, Deinen Bildschirm etwas anders aufzustellen oder häufiger kurze Unterbrechungen einzubauen.

All diese Maßnahmen können die Bedingungen für Deine Augen angenehmer gestalten.

Sie sind jedoch kein Ersatz für eine Untersuchung, wenn neue oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten.

11. Eine einfache Orientierung für Deinen Alltag

Du musst nicht bei jedem müden Auge sofort an eine ernste Erkrankung denken.

Aber es ist sinnvoll, zwischen unterschiedlichen Situationen zu unterscheiden.

Situation 1: Die Augen sind nach längerer Arbeit müde.

Leichtes Brennen oder ein trockenes Gefühl, das nach einer Pause verschwindet, kann zu einer Belastungssituation passen.

Wenn es häufiger vorkommt oder anhält, solltest Du die Ursache untersuchen lassen.

Situation 2: Die Beschwerden sind neu, ungewöhnlich oder bleiben bestehen.

Beispielsweise bemerkst Du wiederholt verschwommenes Sehen oder eine Veränderung, die Du bisher nicht kanntest.

Dann ist eine zeitnahe augenärztliche Untersuchung sinnvoll.

Situation 3: Plötzlich treten deutliche Sehstörungen oder Warnzeichen auf.

Dazu gehören plötzlicher Sehverlust, ein neuer Schatten im Gesichtsfeld, neu auftretende Lichtblitze mit Glaskörpertrübungen oder starke Augenschmerzen.

Dann solltest Du sofort augenärztliche Notfallhilfe suchen.

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist der Rettungsdienst unter 112 zuständig.

Diese Orientierung ersetzt keine medizinische Beurteilung. Sie soll Dir helfen, Warnsignale nicht mit gewöhnlicher Müdigkeit zu verwechseln.

Fazit: Augenbelastung darf besser werden – eine neue Sehstörung muss erklärt werden

Unsere Augen können nach einem langen Arbeitstag müde sein.

Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches.

Gerade Bildschirmarbeit kann das Sehsystem beanspruchen und den Tränenfilm beeinflussen.

Wenn sich solche Beschwerden nach einer Pause bessern, kann das für eine vorübergehende Belastung sprechen.

Doch es gibt Grenzen für diese Erklärung.

Plötzlich auftretende Sehverschlechterungen, neue Lichtblitze, ein Schatten im Gesichtsfeld oder andere ungewöhnliche Veränderungen solltest Du niemals einfach auf Bildschirmstress zurückführen.

Mein Rat: Nimm Deine Augen ernst, ohne bei jeder Müdigkeit gleich das Schlimmste zu befürchten.

Gönne ihnen bei längerer Naharbeit regelmäßige Pausen.

Und wenn sich Dein Sehen plötzlich verändert, warte nicht darauf, dass es von allein wieder besser wird.

Denn der wichtigste Unterschied lautet:

Augenbelastung kann sich erholen. Eine neue Sehstörung braucht eine Erklärung.


Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle augenärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Plötzlicher Sehverlust, neue Gesichtsfeldausfälle, vorhangartige Schatten, neu auftretende Lichtblitze mit Glaskörpertrübungen oder starke Augenschmerzen erfordern eine sofortige medizinische Abklärung. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist unverzüglich der Rettungsdienst unter 112 zu verständigen.

Hinweis zu unseren Beiträgen:
Zur Veranschaulichung nutzen wir auf unserer Website teilweise symbolische, KI-generierte Bilder sowie Bildmaterial aus eigenen Beständen.

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