Natur oder Antidepressiva?

Die Naturheilkunde kennt eine ganze Reihe von Substanzen, die antidepressiv wirken. Interessanterweise wurde einige davon sogar in schulmedizinischen Studien in ihrer Wirksamkeit, z.T. sogar mehrfach gegenüber zugelassenen Arzneimitteln geprüft. Im Ergebnis waren sie zumeist gleich wirksam wie das Antidepressivum, nur mit weniger oder gar keinen  Nebenwirkungen.

Hier stellen sich zwei Fragen:

  1. Wie kann eine Substanz wirksam sein und keine Nebenwirkungen haben? Ein pharmakologischer Grundsatz lautet doch ‘Keine Wirkung ohne Nebenwirkung’.
  2. Wenn diese Substanzen so wirksam sind, warum sind sie dann nicht bekannt?

Da die zweite Frage einfacher zu beantworten ist als die erste, fange ich bei der Antwort mit ihr an.

In der Ärzteschaft werden Substanzen nur bekannt, wenn sie zum Einen Arzneimittel sind, die zu Lasten der Krankenkasse verordnet werden können und zum Zweiten das Pharmaunternehmen dafür Werbung macht.
Die Zulassung als Arzneimittel ist teuer und die Werbung dafür ebenso. Das kann ein Unternehmen nur machen, wenn die Inhaltsstoffe des Medikaments patentgeschützt sind und der Preis dann so hoch liegt, dass die ganzen Kosten mit Gewinn wieder eingespielt werden. Wirkstoffe der Natur, wie die hier beschriebenen, können nicht patentiert werden. Steckt jetzt ein Unternehmen Geld in die Zulassung und Werbung, kann es ein Konkurrent billig nachbauen und dem ersten das Wasser abgraben. Es ist deshalb von vornherein ein Verlustgeschäft und deshalb ist die Situation so wie sie ist.

Die Antwort auf Frage 1 ist komplexer, im Grunde aber auch einfach. Medikamente sind stoffwechselfremd. Sie greifen in den Zellstoffwechsel von außen ein und begradigen einen speziellen Stoffwechselvorgang bei erkrankten Zellen. Allerdings greifen sie auch in den Zellstoffwechsel gesunder Zellen ein und bringen ihn durcheinander. Dadurch entstehen Nebenwirkungen.

Die meisten Naturstoffe greifen aber nicht, wie Medikamente in den Stoffwechsel ein, sondern sie verstärken die zelleigenen Prozesse. Entweder, in dem sie zusätzliches Material oder Energie zur Verfügung stellen oder indem sie Signale abgeben, die den Stoffwechsel in die gewünschte Richtung steuern.

Natürlich machen sie das auch in den gesunden Zellen. Da Körperzellen im Grundprinzip aber gleich aufgebaut sind, haben sie dort ebenfalls einen positiven Effekt, in dem sie Leistungsfähigkeit dieser Zellen stärken. Das begründet auch die Tatsache, dass viele dieser Substanzen nicht nur bei einer, sondern i.d.R. bei mehreren Störungen wirksam sind.

Wir haben also bei den Naturpräparaten auch Nebenwirkungen, aber positive im Gegensatz zu den chemischen Medikamenten.

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