Die Qual der Wahl. Welches Nahrungsergänzungsmittel ist empfehlenswert?

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Grundsätzlich gebe ich keine konkreten Produktempfehlungen. Aber dass meine Beiträge auf der Homepage eines Herstellers zu finden sind, hat sicher auch damit zu tun, dass ich grundsätzlich in dessen Produktqualität vertraue.

Lassen Sie mich aber das Dilemma an einem Alltagsbeispiel verdeutlichen. Würde ich einen Reisebericht über eine Fahrt mit einem BMW über die Alpen verfassen, so hieße es doch nicht, dass die Reise in einem VW anders verlaufen wäre. Hier läge es daran, dass beide Autos strengen Zulassungs- und TÜV-Regeln unterliegen. Sie unterscheiden sich zwar hinsichtlich Ausstattung, Komfort und Preis. Hinsichtlich Sicherheit unterliegen beide den gleichen Grundbedingungen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist das anders. Es gibt natürlich auch ein paar Grundregeln. Der Spielraum geht aber so weit, dass auch der größte Unsinn verkauft werden darf.

Um diese Aussage auf das Beispiel Auto zu übertragen: Als Nahrungsergänzungsmittel wäre auch ein Modell erlaubt, das nur rückwärts fährt und keine Bremsen hat. Um größeren Schäden bei den Nutzerinnen und Nutzern von Nahrungsergänzungsmitteln vorzubeugen, hat der Gesetzgeber den Herstellern verboten, direkte gesundheitliche Aussagen zu ihren Produkten zu machen und die Tageshöchstdosis so tief anzusetzen, dass niemand zu Schaden kommt.

Vor allem durch Letzteres ist auch der Effekt deutlich eingeschränkt und nach meiner Einschätzung sind über 95% aller Nahrungsergänzungsmittel im Supermarkt nutzlos und auch sehr viele aus der Apotheke. Aber auch die verbleibenden 5% haben keine Wirkung. Das klingt paradox, ist aber logisch. Eine Wirkung können nur Medikamente nachweisen, die aktiv in den Stoffwechsel eingreifen, wie z.B. Antidepressiva.

Nährstoffpräparate greifen nicht direkt in den Stoffwechsel ein, sondern verbessern lediglich die Voraussetzungen für die Stoffwechselabläufe. Dadurch kann ein Effekt erzielt werden, der dann landläufig als Wirkung missverstanden wird. Entscheidend ist aber der Nutzen. Ich kenne Medikamente gegen Alzheimer. Alle haben eine nachgewiesene Wirkung in der Gehirnzelle, der Stoffwechsel wird beeinflusst. Alle haben auch eine klinische Wirkung, also einen Effekt.
Bei Gedächtnistests mit Patientinnen und Patienten konnten sich einige, die sich zuvor nur zwei Zahlen oder Begriffe merken konnten, nach der Behandlung auf fünf Zahlen oder Begriffe steigern. Einen Nutzen hatten sie aber nicht. Die Patientinnen/Patienten waren weiterhin verwirrt und pflegebedürftig. Mit etwas Pech hatten sie sogar Nebenwirkungen im Sinne von Kreislaufschwäche, häufigeren Stürzen mit Knochenbrüchen und vorzeitigem Tod. Bei diesen Substanzen, von denen einige gar nicht zugelassen wurden, waren die Risiken zum Teil deutlich höher als der Nutzen bei zweifelsfreier Wirkung.

Bei Nahrungsergänzungsmittel kommt es deshalb darauf an, ob sie einen Effekt erzielen, und ob dieser Effekt einen Nutzen für die Verbraucher hat. Und das hängt ab von den enthaltenen Grundstoffen, deren Konzentration, Kombination und deren Dosierung.

Grundsätzlich sollten die Grundstoffe Bioqualität haben. Das ist aber nicht für jeden Grundstoff möglich. Deshalb ist das Biosiegel auch nicht entscheidend. Denn wenn der Hersteller, wegen des Biosiegels, wichtige Komponenten, die nicht in Bioqualität greifbar sind, weglässt, dann signalisiert das Siegel zwar Bioqualität, ansonsten ist es aber möglicherweise nur ein zweit- oder drittklassiges Produkt was den Nutzen angeht.
Füllstoffe, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Geschmacksverstärker haben in Nahrungsergänzungsmittel nichts zu suchen. In Deutschland ist das für Hersteller verpflichtend. Bei ausländischen Erzeugnissen die man im Internet kaufen kann, sieht es bisweilen anders aus.

Aber auch bei inländischen Produkten gibt es „Fallen“. Phosphat ist in vielen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten und steht in der Zutatenliste meist ganz oben. Je größer der Mengenanteil, desto höher wird der Stoff bei den Zutaten gelistet. Phosphor/Phosphat ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und für die Knochen wichtig. Allerdings ist Phosphat in nahezu jedem Fertiglebensmittel und in fast allen Softdrinks enthalten, sodass wir im absoluten Phosphatüberschuss leben. Im Nahrungsergänzungsmittel hat Phosphat nichts zu suchen, und ist deshalb billiges und leider erlaubtes Füllmittel, das die geringen Dosierungen der eigentlich wichtigen Stoffe überdecken soll.

Einzelstoffe sind grundsätzlich problematisch. Metalle regeln sich gegenseitig über die Niere. Mit hohen Einzeldosierungen kann man den Gegenspieler ‚aus dem Körper werfen‘ und dadurch einen Mangel erzeugen. Das gilt auch für Kombinationspräparate, die falsch aufgebaut sind und in höherer Dosierung eingenommen werden.

Meinen Patientinnen und Patienten rate ich fast ausschließlich zu einem Kombinationspräparat, das aus über 20 Komponenten besteht. Zur Begründung: Wir haben es im Körper mit Stoffwechselketten zu tun. Zum Beispiel Sauerstoff: Wir atmen ihn ein, er durchläuft viele Zwischenstufen, und er wird dann als Kohlensäure wieder ausgeatmet. Auf diesem Wege trifft er auf hunderte unterschiedliche Enzyme und macht ebenso viele Stoffwechselzwischenschritte. Dabei werden fast alle Vitamine und lebensnotwendige Mineralien benötigt.
Mit dem Kombipräparat werden alle Einzelschritte im ganzen Körper abgedeckt und mit den enthaltenen Pflanzenextrakten in ihrer Effizienz verstärkt. Hier ist für mich wichtig, dass die Einzelstoffe im richtigen Verhältnis zueinander stehen, so dass ich mit gutem Gewissen meinen Patientinnen und Patienten, je nach Zustand, raten kann, anstatt der gesetzlich erlaubten Kapsel am Tag, bis zu sechs Kapseln zu nehmen, ohne sich in gesundheitliche Schwierigkeiten zu bringen.

Geht es um spezielle Indikationen, zum Beispiel um Blutarmut oder Eisenmangel, – bei Frauen mit Regelblutungen nicht selten -, dann wähle ich ein Produkt, dessen Zusammensetzung Grundstoffe enthält, die das Problem lösen können. Beim Eisenmangel z.B. bevorzuge ich Curryblattextrakt, mit einer hohen Konzentration natürlich gebundenen Eisens, gepaart mit Vitaminen, die die Eisenaufnahme im Darm begünstigen. Darüber hinaus hat der Currybaum, der wissenschaftlich Murrya Koenigii heißt, weitere positive Eigenschaften.

Zitat aus ‚Useful tropical database‘ „Curryblatt enthält mehrere medizinisch aktive Bestandteile, darunter ein Glykosid namens Koenigin, ein ätherisches Öl und Tannine. Es ist ein wärmendes, stark aromatisches Kraut, das den Appetit und die Verdauung verbessert. Die Blätter, Wurzeln und Rinde können alle intern zur Behandlung von Verdauungsproblemen verwendet werden. Es wurde gezeigt, dass die Blätter die Verdauungssekrete erhöhen und Übelkeit, Verdauungsstörungen und Erbrechen lindern. Die Blätter können intern bei Verstopfung, Koliken und Durchfall eingesetzt werden. Die Blätter können äußerlich als Packung zur Behandlung von Verbrennungen und Wunden angewendet werden. Der mit Limettensaft (Citrus aurantiifolia) vermischte Fruchtsaft wird angewendet, um Insektenstiche und Stiche zu lindern.“

Natürlich gebundenes Eisen ist in der Regel im Gegensatz zu Eisensalzen gut verträglich, und ich kann auch hier als ärztlicher Berater bedenkenlos die Dosis solange erhöhen, bis ein messbarer Effekt eintritt. In diesem genannten Fall kann das eine Besserung der Blutwerte bedeuten oder einen Rückgang der Müdigkeit oder eine Steigerung der Leistungsfähigkeit.
Für Sojapräparate und die anderen Indikationen, die ich in anderen Beiträgen angesprochen habe, gilt das auch. Grundsätzlich gilt für die Dosierung: Halten Sie sich an die Empfehlung des Herstellers. Wenn Sie höher dosieren wollen, dann holen Sie sich den Rat eines in Nährstofftherapien erfahrenen Arztes/Ärztin oder Therapeuten/in ein.

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Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung des/der Autors/in wieder und steht in keinem direkten Bezug zu den hier angebotenen Produkten.